Wie kommt ein Hörbuch in die Welt?

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        "Souverän nutzt der Schauspieler Moritz Stoepel die breite Klaviatur seiner theatralischen Ausdrucksmöglichkeiten .... zwischen normal Alltäglichem und Traumwelten changierend, zwischen Bizarrem und Groteskem, Abgründen und Abgründigem, einem zutiefst poetischen Herznerv folgend..."

        "Er vermag kongenial den Charakteren Leben einzuhauchen...und lotet mit seiner Stimme Grenzen aus ... ein fantastischer Sprecher, der Herz und Seele gleichermaßen berührt, bezaubert und verzaubert ..."


        (Pressestimmen zu Theateraufführungen und Hörbüchern von Moritz Stoepel)



        Vor etwa sechs oder sieben Jahren hörte ich zufällig die Aufnahmen einiger Gedichtrezitationen. Sie gingen mir unter die Haut und ich dachte: sollte ich eines Tages meine Geschichte als Hörbuch veröffentlichen, dann wäre es ein Traum für mich, sie von dieser Stimme lesen zu lassen!

        Warum? Da las jemand nicht einfach etwas gekonnt vor, die Ohren des Zuhörers mit Wohlklang schmeichelnd. Nein, viel mehr! Da tauchte jemand ganz ein in die Welt, die der Dichter mit seinen Worten erschaffen hatte, ließ sich berühren und mich mit der Ausdruckskraft seiner Stimme teilhaben. Dieser Jemand war der Schauspieler Moritz Stoepel [1].

        Jedoch - die Zeit war nicht reif, denn das Buch war zwar fertig, aber noch nicht einmal gedruckt.

        Ein paar Jahre später war es dann so weit. Ich nahm Kontakt auf. Eine Auftragsarbeit hatte ich im Sinn. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Das Interesse war da, das Buch kennenzulernen und kurze Zeit später lernten auch wir uns kennen.

        Es dauerte nicht lange, und aus der Idee einer Auftragsarbeit wurde die Idee einer gemeinsamen Produktion. Es folgten so intensive wie inspirierende Tage im Tonstudio von Matthias Frey [2]. Dort auf dem Apfelhof ließ Moritz Stoepel mit seiner Stimme und Musik die Geschichte in einer Weise lebendig werden, die ich mir nicht hätte träumen lassen.
        Mit Menschen zusammenarbeiten zu dürfen, die alle von Herzen ihr künstlerisches
        Können zur Verfügung stellen, um gemeinsam etwas Neues in die Welt zu bringen, erfüllt mich und wurde für mich zu einem unerwarteten Geschenk. Zu diesen Menschen gehören auch Ursula Goes, die mit ihren einzigartigen Scherenschnitten das Buch illustriert hat und Veronika Sergl-Vahlenkamp [3], die sich so gewissenhaft um die Organisation des Produktionsprozesses gekümmert und mit ästhetischem Feinsinn das Design des Hörbuchs gestaltet hat. Meinen Eltern und meiner Frau danke ich für alles, was sie getan haben, um mir die Veröffentlichung der Geschichte zu ermöglichen.

        Es ist erstaunlich - wenn ich einmal genauer hinschaue - wie viel mehr Menschen auf ihre Weise – manche indirekt und ohne es zu wissen - einen Funken Inspiration beigesteuert oder im Hintergrund fraglos freundschaftlich zum Gelingen des Projektes beigetragen haben – und sei es nur, dass sie mir mit ihrer Begeisterung für diese Idee zusätzlich Kraft gegeben haben. Die Liste würde weitaus länger werden, wollte ich sie alle namentlich aufzählen.

        Dieses Phänomen erinnert mich an die berühmte Frage: "Wie lange ist die Küste Englands wirklich?", die einmal der Mathematiker Benoît Mandelbrot aufgeworfen hat und deutlich machte, dass die ermittelte Länge sehr von der Genauigkeit der Messung und der benutzten Landkarte abhängt: Eine Messung anhand einer Satellitenaufnahme wird zu einem wesentlich kleineren Ergebnis kommen, als wenn ich detaillierte Wanderkarten verwende. Und noch viel länger wird die Küste, wenn ich vor Ort die Küste abschreite und jede Biegung, jedes Auf und Ab, jede Furche und Wölbung des Felsens mit einem Millimetermaßstab messen würde[4]. Mandelbrot führte den mathematischen Beweis, dass mit einer immer genaueren Messung das Ergebnis gegen Unendlich tendiert[5].

        Hier geht es jedoch nicht um die Frage nach der wahren Küstenlänge Englands sondern um die Frage: Wie lang ist nun wirklich die Liste derjenigen, die wissentlich oder unwissentlich, direkt oder indirekt, zum Erscheinen des Hörbuchs beigetragen haben?

        Kurz: Wem gilt mein Dank?

        Ich bin überzeugt, dass die Erkenntnis von Mandelbrot nicht nur für das Messen geografischer Größen gilt. Deshalb lautet meine Antwort:

        Euch allen!

        Ingo Heyn

        Dezember 2011


        Vor etwa sechs oder sieben Jahren hörte ich zufällig die Aufnahmen einiger Gedichtrezitationen. Sie gingen mir unter die Haut und ich dachte: sollte ich eines Tages meine Geschichte als Hörbuch veröffentlichen, dann wäre es ein Traum für mich, sie von dieser Stimme lesen zu lassen!

        Warum? Da las jemand nicht einfach etwas gekonnt vor, die Ohren des Zuhörers mit Wohlklang schmeichelnd. Nein, viel mehr! Da tauchte jemand ganz ein in die Welt, die der Dichter mit seinen Worten erschaffen hatte, ließ sich berühren und mich mit der Ausdruckskraft seiner Stimme teilhaben. Dieser Jemand war der Schauspieler Moritz Stoepel [6].

        Jedoch - die Zeit war nicht reif, denn das Buch war zwar fertig, aber noch nicht einmal gedruckt.

        Ein paar Jahre später war es dann so weit. Ich nahm Kontakt auf. Eine Auftragsarbeit hatte ich im Sinn. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Das Interesse war da, das Buch kennenzulernen und kurze Zeit später lernten auch wir uns kennen.

        Es dauerte nicht lange, und aus der Idee einer Auftragsarbeit wurde die Idee einer gemeinsamen Produktion. Es folgten so intensive wie inspirierende Tage im Tonstudio von Matthias Frey [7]. Dort auf dem Apfelhof ließ Moritz Stoepel mit seiner Stimme und Musik die Geschichte in einer Weise lebendig werden, die ich mir nicht hätte träumen lassen.
        Mit Menschen zusammenarbeiten zu dürfen, die alle von Herzen ihr künstlerisches
        Können zur Verfügung stellen, um gemeinsam etwas Neues in die Welt zu bringen, erfüllt mich und wurde für mich zu einem unerwarteten Geschenk. Zu diesen Menschen gehören auch Ursula Goes, die mit ihren einzigartigen Scherenschnitten das Buch illustriert hat und Veronika Sergl-Vahlenkamp [8], die sich so gewissenhaft um die Organisation des Produktionsprozesses gekümmert und mit ästhetischem Feinsinn das Design des Hörbuchs gestaltet hat. Meinen Eltern und meiner Frau Chantal danke ich für alles, was sie getan haben, um mir die Veröffentlichung der Geschichte zu ermöglichen.

        Es ist erstaunlich - wenn ich einmal genauer hinschaue - wie viel mehr Menschen auf ihre Weise – manche indirekt und ohne es zu wissen - einen Funken Inspiration beigesteuert oder im Hintergrund fraglos freundschaftlich zum Gelingen des Projektes beigetragen haben – und sei es nur, dass sie mir mit ihrer Begeisterung für diese Idee zusätzlich Kraft gegeben haben. Die Liste würde weitaus länger werden, wollte ich sie alle namentlich aufzählen.

        Dieses Phänomen erinnert mich an die berühmte Frage: "Wie lange ist die Küste Englands wirklich?", die einmal der Mathematiker Benoît Mandelbrot aufgeworfen hat und deutlich machte, dass die ermittelte Länge sehr von der Genauigkeit der Messung und der benutzten Landkarte abhängt: Eine Messung anhand einer Satellitenaufnahme wird zu einem wesentlich kleineren Ergebnis kommen, als wenn ich detaillierte Wanderkarten verwende. Und noch viel länger wird die Küste, wenn ich vor Ort die Küste abschreite und jede Biegung, jedes Auf und Ab, jede Furche und Wölbung des Felsens mit einem Millimetermaßstab messen würde[9]. Mandelbrot führte den mathematischen Beweis, dass mit einer immer genaueren Messung das Ergebnis gegen Unendlich tendiert[10].

        Hier geht es jedoch nicht um die Frage nach der wahren Küstenlänge Englands sondern um die Frage: Wie lang ist nun wirklich die Liste derjenigen, die wissentlich oder unwissentlich, direkt oder indirekt, zum Erscheinen des Hörbuchs beigetragen haben?

        Kurz: Wem gilt mein Dank?

        Ich bin überzeugt, dass die Erkenntnis von Mandelbrot nicht nur für das Messen geografischer Größen gilt. Deshalb lautet meine Antwort:

        Euch allen!

        Ingo Heyn

        Dezember 2011



         Fussnoten 

        1. http://www.moritzstoepel.de

        2. http://www.matthias-frey.com

        3. http://www.vero-signo.de

        4. Eine Messung, die mit 200 km-Einheiten vorgenommen wird, ergibt eine Küstenlänge von ca 2400 km, ein Messung mit 50 km-Einheiten ergibt schon eine Länge von ca 3400 km. Die offizielle Länge beträgt jedoch 12'429 km. Welche Messeinheiten hier verwendet wurden, ist mir nicht bekannt. Wird die Messeinheit unendlich klein, strebt das Ergebnis gegen Unendlich (Quelle mit anschaulichen Illustrationen: http://en.wikipedia.org/wiki/How Long Is the Coast of Britain? ).

        5. Benoît Mandelbrot, 1967, How Long Is the Coast of Britain? Statistical Self-Similarity and Fractional Dimension. Science, New Series, Vol. 156, No. 3775. (May 5, 1967), pp. 636-638

        6. http://www.moritzstoepel.de

        7. http://www.matthias-frey.com

        8. http://www.vero-signo.de

        9. Eine Messung, die mit 200 km-Einheiten vorgenommen wird, ergibt eine Küstenlänge von ca 2400 km, ein Messung mit 50 km-Einheiten ergibt schon eine Länge von ca 3400 km. Die offizielle Länge beträgt jedoch 12'429 km. Welche Messeinheiten hier verwendet wurden, ist mir nicht bekannt. Wird die Messeinheit unendlich klein, strebt das Ergebnis gegen Unendlich (Quelle mit anschaulichen Illustrationen: http://en.wikipedia.org/wiki/How Long Is the Coast of Britain? ).

        10. Benoît Mandelbrot, 1967, How Long Is the Coast of Britain? Statistical Self-Similarity and Fractional Dimension. Science, New Series, Vol. 156, No. 3775. (May 5, 1967), pp. 636-638




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